70. Geburtstag:Erzbischof Ludwig Schick persönlich

Am 22. September ist Erzbischof Ludwig Schick 70 Jahre alt geworden. Kurz vorher hat er dem Bamberger „Stadt-Echo“ einen persönlichen Fragebogen beantwortet, den wir in Auszügen nochmal veröffentlichen.
Datum:
Veröffentlicht: 1.12.19
Von:
Redaktion Leben

Was ist Ihr größter Wunsch?
Versöhnt mit allen Menschen zu sterben, das hat aber noch Zeit, das Sterben.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Frühsport, Morgengebet, ein schöner Gottesdienst, Begegnungen und Gespräche über Gott und die Welt, die aufbauen und weiterführen.

Worüber haben Sie sich zuletzt geärgert?
Als eine klare Absprache nicht eingehalten wurde.

Papst Franziskus hat Homosexualität vor kurzem als Modeerscheinung bezeichnet. Wie stehen Sie dazu?
Für mich gibt es in der Anerkennung und Wertschätzung keinen Unterschied zwischen homosexuellen Menschen und „anderen“, auch wenn ich Ehe und Familie als „die natürliche und sittliche Grundlage der menschlichen Gemeinschaft“ (Bayerische Verfassung) als einzigartig hervorhebe.

Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?
Das erste Vogelzwitschern am Morgen.

Welchen Luxus leisten Sie sich?
Zum Mittagessen ein Glas Wein.

Wovor haben Sie Angst?
Ich bin kein ängstlicher Mensch, sondern gehe mit Gottvertrauen durchs Leben. Aber wenn man es mit Fundamentalisten oder Fanatikern zu tun bekommt, kann einem Angst und Bange werden

Wann haben Sie zuletzt geflirtet?
Seit ich mich für das zölibatäre Leben entscheiden habe, flirte ich nicht mehr.

Wann und warum hatten Sie zum letzten Mal Ärger mit der Polizei?
Noch nie.

Auf welchen Moment Ihrer Laufbahn waren Sie am schlechtesten vorbereitet?
Auf das zweite Studium (Kirchenrecht) in Rom

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gern dabei gewesen?
Bei der Begegnung meines Namenspatrons König Ludwig IX. von Frankreich mit dem heiligen Thomas von Aquin.

Was ist Ihre schlechteste Angewohnheit?
Ungeduld.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Zu spät zu kommen.

Ihre Lieblingstugend?
Treue und Redlichkeit.

Ihr Hauptcharakterzug?
Fleiß und Verlässlichkeit.

Was mögen Sie an sich gar nicht?
Hetze und Ungeduld.

Was hätten Sie gerne erfunden?
Twitter.

Haben Sie ein Vorbild?
Meine Eltern.

Wofür sind Sie dankbar?
Für meine Familie mit (Groß-) Nichten und (Groß-)Neffen sowie meine Freunde.

Was lesen Sie gerade?
Daniel Kehlmanns „Tyll“.

Was ist Ihr Lieblingsbuch, Lieblingsalbum, Lieblingsfilm?
Das Neue Testament. Immer noch „Let it be“ (Beatles); Don Camillo und Peppone, alle Filme.

Welche Musik hören Sie nur heimlich?
Keine.

Was war Ihre größte Modesünde?
Als Priester/Bischof trage ich immer Anzug und Kollarhemd; dabei ist jede Farbe recht, wenn sie nur schwarz oder grau ist.

Was ist Ihr liebstes Smalltalk-Thema?
Wetter ist am unverfänglichsten.

Was zeigt das letzte Foto, das Sie mit Ihrem Handy aufgenommen haben?
Eine Statue der Hl. Elisabeth in Möhrendorf. Elisabeth ist meine Lieblingsheilige.

Wovon haben Sie überhaupt keine Ahnung?
Vom Kuchenbacken.

Was finden Sie langweilig?
Smalltalk ohne Sinn und Ziel.

Was ist Ihre Vorstellung von Hölle?
Ohne Beziehung zum guten Gott und ohne liebevolle Gemeinschaft mit Menschen leben zu müssen. Ich hoffe, die Hölle bleibt mir und allen Menschen erspart, hier wie dort.

Wie glauben Sie, würde Ihr Pendant von vor 20 Jahren auf Ihr heutiges Ich reagieren?
Ich hoffe, es wird sagen: Du hast Dich gut weiterentwickelt.

Was war Ihr miesester Auftritt?
Abirede.

Was ist Ihr Lieblingsschimpfwort?
Idiot, ich sage es immer nur leise!

Gibt es etwas, das Ihnen das Gefühl gibt, klein zu sein?
Menschen mit zwei oder mehr Metern Körpergröße.

Sind Sie Tänzer oder Steher?
Bis zum Eintritt ins Priesterseminar war ich leidenschaftlicher Tänzer.

Tut die katholische Kirche genug, um Missbrauchsfälle aufzuklären oder zu verhindern?
Die Kirche hat aus den schrecklichen Missbrauchsfällen gelernt und Konsequenzen gezogen. Wir tun alles, um die geschehenen Verbrechen aufzuklären, die Täter zu bestrafen, den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und künftige Taten zu vermeiden. Für Missbrauch und Vertuschung darf es keine Toleranz geben.

Welches Problem werden Sie in diesem Leben nicht mehr in den Griff bekommen?
Bisher konnte ich alle Probleme einigermaßen lösen. Das gibt mir Hoffnung für die Zukunft.

Ich bin kein ängstlicher Mensch, sondern gehe mit Gottvertrauen durchs Leben.