Familienstiftung hilft in Notlagen:Kinderreich

Sylvia Bergmann und ihr Mann Peter sind mächtig stolz, wenn sie von ihren vier Kindern erzählen: Maximilian ist 9, Karlotta 7, Anna 5 und der Nachzügler Jan knapp ein Jahr alt. Es sei schon ein Wunder, dass sie immer wieder alles so gut hinkriegen. Denn eigentlich könnten sie sich vier Kinder gar nicht leisten. Peter Bergmann arbeitet als Mechatroniker, Sylvia hat einen 450-Euro-Minijob und – Gott sei Dank – Oma und Opa helfen mit. So reicht es grad so.
Datum:
Veröffentlicht: 1.6.21
Von:
Stefanie Sponsel und Wolfgang Eichler

Die große Ausnahme

Die Bergmanns in unserer Geschichte sind eine fiktive Familie, die stellvertretend für so genannte Mehrkinderfamilien stehen kann. Ihresgleichen gibt es immer weniger in Deutschland. Dafür gibt es viele Gründe, nicht nur finanzieller Natur. Eine diffuse Angst vor der Zukunft oder auch davor, in der Gesellschaft keinen Rückhalt zu haben, spielen mit hinein. Als größte Herausforderung erweist sich aber noch immer die strukturelle Ungerechtigkeit gegenüber Familien; oft genug geraten diese in relative Armut, einzig aufgrund der Tatsache, dass Kinder versorgt werden müssen.

Angeguckt zu werden kränkt

Familien müssen ihre Situation bewältigen. Und sie tun es auch. Irgendwie. Im Falle der Familie Bergmann sieht das dann so aus: Obst und Gemüse werden nur gekauft, wenn es ein Angebot gibt. Ungeplante Ausgaben machen einen Besuch im Sozialladen um die Ecke hin und wieder unumgänglich. In den Ferien zeltet die Familie am 20 Kilometer entfernten Baggersee, und die Finanzierung der Hobbys der Kinder ist eine riesen Herausforderung. Natürlich würden sie sich wünschen, einiges ginge einfacher. Aber es sei nun mal so, und sie kämen schon soweit klar. Eines bedauern sie aber doch: dass sie das Gefühl nicht loswerden, mitunter komisch angeschaut zu werden. Ist es Bewunderung, Mitleid, Spott? Sylvia und Peter Bergmann wollen es eigentlich gar nicht wissen. Aber es kränkt.

Kinderreichtum ist wirklich ein Reichtum.
Für die Familien selbst und für die ganze Gesellschaft."

-Erzbischof Ludwig Schick

Kinder sind ein Schatz

Erzbischof Ludwig Schick, selbst in einer kinderreichen Familie beheimatet, ist all dies nicht fremd. In zahlreichen Gesprächen mit Eltern und Kindern, Verbänden und Interessenvertretungen macht er sich immer wieder ein Bild von der Lebenssituation der Großfamilien und vertritt deren Anliegen in Kirche, Gesellschaft und Politik. Konsequent fordert er ein Umdenken auf ganzer Linie. „Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft und der Kirche. Deswegen muss Kirche alles tun, um die strukturellen Ungerechtigkeiten und Rücksichtslosigkeiten gegenüber Eltern und Kindern anzuprangern, aber auch um Alternativen aufzuzeigen.“ Dies allein sei aber nicht genug. Erzbischof Ludwig Schick legt einen deutlichen Schwerpunkt darauf, immer wieder die Chancen und den Wert kinderreicher Familien zu betonen. „Kinderreichtum ist wirklich ein Reichtum. Für die Familien selbst und für die ganze Gesellschaft.“ Die Bergmanns jedenfalls empfinden das so. „Reich beschenkt sind wir schon, aber ein bisschen mehr zum Leben wäre schon schön“, findet Sylvia Bergmann.

Im Interview erzählt Erzbischof Ludwig Schick, warum er sich für kinderreiche Familien einsetzt. 

Die „Familienstiftung Kinderreich“

Gegründet im Jahr 2005 von Erzbischof Ludwig Schick, widmet sich die „ Familienstiftung Kinderreich“ dem Anliegen, die Chancen und den Wert einer kinderreichen Gesellschaft zu betonen.

Konkret hilft die Stiftung kinderreichen Familien, die in Not geraten, unbürokratisch und schnell. Insbesondere dort, wo öffentliche Maßnahmen nicht oder nicht hinreichend greifen, leistet sie finanzielle Einzelfallhilfe – unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Herkunft. Darüber hinaus betreibt die Stiftung in Politik und Wirtschaft Lobbyarbeit. Sie möchte in Gesprächen mit Entscheidungsträgern kinderreichen Familien in der Gesellschaft Gehör verschaffen.

Kontakt und Spendenmöglichkeit

Eine Gesellschaft reich an Kindern und reich durch Kinder: Wir freuen uns über alle, die diese Vision mit uns teilen und die „Familienstiftung Kinderreich“ unterstützen.

Familienstiftung Kinderreich; Jakobsplatz 9, 96049 Bamberg Tel: 0951 502-2120

Spendenkonto: Liga Bank Bamberg 
IBAN: DE 41 7509 0300 0009 0472 55

www.familienstiftung-kinderreich.de

Kontakt: info@familienstiftung-kinderreich.de
Kontakt für persönliche Anliegen: offenes.ohr@familienstiftung-kinderreich.de