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Zink, Sebastian

Sebastian Zink
Er ist im Erzbistum Ansprechpartner für alle Themen, die mit Umweltschutz zu tun haben. Als Impulsgeber und Berater versucht er darauf hinzuwirken, dass der christliche Auftrag zur Schöpfungsverantwortung wahrgenommen wird – auf allen kirchlichen Ebenen, von der Diözesanleitung bis zur Kirchengemeinde.
Datum:
Veröffentlicht: 4.7.23
Von:
Dominik Schreiner

Abgesehen von dem neuen Waldbewirtschaftungskonzept – wo und wie setzt sich das Erzbistum Bamberg noch für die Bewahrung der Schöpfung ein?

Schon seit 2011 gibt es bei uns einen Klimafonds, aus dem Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie der Umstieg von fossilen Energieträgern hin zu regenerativen Energiequellen finanziert werden. Ein Großteil unserer zentralen Gebäude besitzt Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärmeenergie produzieren. Auch die Dienstwagenflotte des Erzbistums besteht mittlerweile überwiegend aus E-Autos. Daneben sind Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung seit Jahren Schwerpunkte in unserer kirchlichen Jugend- und Erwachsenenbildung. So ist etwa das Weltfairänderer-Projekt des Jugendamts mit entsprechenden Angeboten an Schulen unterwegs, und aktuell bilden wir in einem Kurs zwölf Umweltauditorinnen und -auditoren aus, um in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen Umweltmanagement zu etablieren. Seit einiger Zeit ist auch das weltkirchliche Engagement des Erzbistums damit verbunden, dass in den unterstützten Projekten ökologische Aspekte mitbedacht werden.

Seit der Veröffentlichung der päpstlichen Enzyklika „Laudato si' – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ sind acht Jahre vergangen. Hat die Kirche seitdem genug für die Umwelt getan?

Die Enzyklika ist ein umfassendes Plädoyer für eine grundlegende soziale und ökologische Veränderung unseres Lebensstils auf Basis der christlichen Schöpfungsverantwortung. Gemessen daran – und auch an dem, was angesichts von Klimawandel und Gefährdung der biologischen Vielfalt gerade notwendig wäre – haben wir als Kirche zu wenig getan. Hier unterscheiden wir uns wenig von der Gesamtgesellschaft. Allerdings ist in den letzten Jahren das Bewusstsein dafür gewachsen, dass es ein „Weiter so“ nicht geben kann und dass wir als Kirche natürlich noch stärker eine Vorreiterrolle einnehmen müssen. Aktuell etwa erarbeitet eine Fachgruppe der Ordinariatskonferenz Vorschläge für Leitlinien und Maßnahmenpakete im Bereich Ökologie und nachhaltige Entwicklung.

Sie beraten auch Kirchengemeinden und geben Workshops. Was kann jede und jeder Einzelne im Alltag für den Umweltschutz tun?

Gerade in Europa hat unser Lebensstil so viele negative Umweltauswirkungen, da gibt es viele Ansatzpunkte: Müllverringerung, naturnahe Gärten, Verkleinerung des CO2-Fußabdruckes ... Wenn man Letzteren mit einem CO2-Rechner bestimmt, kann man gut erkennen, was die wirklich großen Hebel sind. Das wollen wir in der Erwachsenenbildung in den nächsten Jahren auch mit sogenannten „Klimafreundlich Leben“-Kursen begleiten. Aus christlicher Perspektive muss es – um mit Papst Franziskus zu sprechen – um ein „Weniger ist mehr“, um Genügsamkeit in allen Lebenslagen gehen.