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Sakramente:Zeichen der Nähe Gottes

Sie markieren wichtige Meilensteine im Leben: Taufe, Kommunion, Hochzeit und Co. gehören für viele Menschen hierzulande wie selbstverständlich dazu. Aber was hat es damit eigentlich auf sich? Alle sieben katholischen Sakramente vereint, dass sie Anknüpfungspunkte für eine persönliche, spürbare Beziehung zu Gott und der Glaubensgemeinschaft sind. Wie genau, erklären wir in diesem Artikel.
Datum:
Veröffentlicht: 10.7.26
Von:
Christian Ganser / Leben im Erzbistum Bamberg

Taufe, Firmung und Erste Heilige Kommunion sind die drei Eintritts-Sakramente, mit denen ein Mensch in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wird. Mit der Taufe wird die neue Identität als Christin oder Christ begründet. In der Firmung wird diese Zugehörigkeit durch die Salbung mit dem Heiligen Geist gefestigt. Die Erstkommunion eröffnet den Weg in die Mahlgemeinschaft mit Jesus selbst. Heutzutage werden diese  Sakramente meist im Kleinkind-, Kindes- und Jugendalter empfangen. Aber auch die Taufe, Firmung und Erstkommunion Erwachsener ist möglich und üblich.

Symbolbild Taufe

Taufe

Das Sakraamenut der Tauefe hat seinen Ursprung im Taufauftrag Jesu („Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Mt 28,19-20). Bei der Taufe übergießt der Priester oder Diakon den Kopf des Täuflings dreimal mit Weihwasser und spricht dabei die Taufformel. Gebräuchlich sind auch weitere Zeichen wie etwa eine Taufkerze und ein Taufgewand oder ein Taufschal. Dem Täufling wird dabei Gottes bedingungslose Liebe zugesagt, und er wird in die Kirche aufgenommen. Somit steht das Sakrament der Taufe für Zugehörigkeit und Neuanfang. Die Taufe kann von Menschen jeden Alters empfangen werden.

Die Taufe ist Deine Eintrittskarte in das Christentum.

Symbolbild Firmung

Firmung

In der Apostelgeschichte wird von der Sendung des Heiligen Geistes berichtet, der die versammelten Apostel erfüllt (Apg 2). Durch die Handauflegung und die Salbung mit Chrisamöl ruft der Bischof oder ein von ihm beauftragter Priester den Heiligen Geist auf den Firmling herab und spricht dabei: „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist.“ Die Empfängerin oder der Empfänger soll dadurch gestärkt werden für den weiteren Lebens- und Glaubensweg. Das Bekenntnis zum Glauben, das die Eltern sowie die Patinnen und Paten bei der Taufe meist stellvertretend gegeben haben, wird vom Firmling selbst noch einmal bekräftigt.

Die Firmung ist Dein bekräftigendes „Ja“ zum Glauben und zu Gott.

Symbolbild Kommunion

Eucharistie

Die Eucharistie (Kommunion) ist das zentrale Sakrament der katholischen Kirche: Brot und Wein werden in der Messfeier gewandelt und gewinnen dadurch neue Bedeutung – sie werden wirklich zu Leib und Blut Jesu Christi. Gläubige empfangen die Hostie, den Leib Christi, um ihre Gemeinschaft mit Jesus und der Kirche zu feiern, Vergebung zu erfahren und Kraft für den Alltag zu erhalten. Das Sakrament der Eucharistie erinnert an das letzte Abendmahl und an Christi Leiden, Tod und Auferstehen für uns Menschen. Das Fest, an dem das erste Mal die Kommunion empfangen wird, nennt man Erstkommunion.

In der Eucharistie ist Jesus Christus Dir ganz nahe – immer wieder. 

Symbolbild Ehe

Ehe

Durch das Sakrament der Ehe versprechen sich Mann und Frau vor Gott und der Gemeinde lebenslange Liebe, Treue und Hingabe. Die beiden Eheleute spenden sich das Sakrament gegenseitig, der Priester oder Diakon ist lediglich Zeuge der rechtmäßig geschlossenen Ehe. Braut und Bräutigam sichern sich gegenseitig zu, „in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und in Krankheit“ füreinander da zu sein.

Mit der Ehe bekennen Paare ihre Liebe und Treue vor Gott.

Symbolbild Priesterweihe

Weihe

Ein Sakrament in drei Stufen: Menschen können zum Diakon, Priester oder Bischof geweiht werden. Aktuell ist das Sakrament der Weihe Männern vorbehalten und wird vom Bischof gespendet. Durch die bischöfliche Handauflegung und das anschließende Weihegebet wird dem Weihekandidaten kirchliche Verantwortung übertragen und er wird für seinen Dienst in der Glaubensgemeinschaft befähigt. Im katholischen Verständnis hat durch die stetige Weitergabe der Weihe von Bischof zu Bischof der ursprüngliche Sendungsauftrag Jesu an die Apostel ununterbrochen Bestand.

Durch die Weihe beruft Gott Diakone, Priester und Bischöfe dazu, in der Nachfolge Jesu Hirten zu sein.

Krankensalbung

Krankensalbung

An vielen Stellen in der Bibel wird von Jesu heilendem Wirken erzählt. Darauf gründet sich das Sakrament der Krankensalbung. Diese wurde früher häufig als „Letzte Ölung“ bezeichnet und so verstanden, dass sie ausschließlich für Sterbende an ihrem Lebensende gedacht ist. Tatsächlich kann die Krankensalbung aber allen kranken, schwachen und alten Menschen gespendet werden – und das nicht nur einmal. Ihnen sollen dadurch Mut und Kraft zugesprochen werden sowie die Zuversicht, dass Gott immer an ihrer Seite steht, auch in schweren Zeiten. Der Priester salbt die Kranke oder den Kranken an der Stirn und an den Händen mit einem besonderen Öl. Wenn es möglich ist, wird gemeinsam gebetet und gesungen. Dieses Sakrament ist auch mit einer Vergebung der Sünden verbunden.

Gott ist immer bei Dir, auch in schweren Zeiten. Die Krankensalbung macht das deutlich.

Symbolbild Beichte

Bußsakrament

Das Sakrament der Versöhnung, auch Beichte oder Bußsakrament genannt, wurzelt in einem Wort Jesu. In Joh 20,23 sagt er seinen Jüngern zu: „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen.“ In einem Einzelgespräch oder in der klassischeren Form der Beichte im Beichtstuhl wird mit einem Priester das Leben reflektiert. Verfehlungen und falsche Wege, die dabei zur Sprache kommen, werden von Christinnen und Christen auch als „Sünden“ bezeichnet. Wenn der Priester diese Sünden anschließend vergibt, vertritt er dabei Jesus Christus selbst. Die Beichte und anschließende Buße kann die beichtende Person innerlich entlasten und ihr eine neue Perspektive eröffnen.

Beim Bußsakrament verzeiht Jesus Christus und sagt Dir, dass Du gut bist, wie Du bist.

Wer sich das Ja-Wort geben, ein Kind in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufnehmen lassen oder für ein Familienmitglied eine Krankensalbung vereinbaren möchte, kann Details, Voraussetzungen und Termine in der Regel bei der örtlichen Pfarrei und dem zugehörigen Pastoralteam erfragen. Die Pfarreizugehörigkeit und entsprechende Kontaktdaten können im Zweifelsfall über den bayernweiten Pfarreienfinder ermittelt werden: www.bistum-eichstaett.de/pfarreienfinder/ 

Für allgemeine Fragen zum Thema Sakramente ist unsere Sakramentenpastoral die passende Anlaufstelle: www.sakramentenpastoral.erzbistum-bamberg.de