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Ministranten-Fußballturnier:Zwischen Anpfiff und Amen

Torschuss im Finale der Senioren: Großostheim gegen Fürstenzell
Beim Bayern-Cup der Ministrantinnen und Ministranten lieferten sich 13 Fußballmannschaften aus dem ganzen Freistaat spannende Spiele – und zeigten, dass es dabei um weit mehr geht als nur Tore. Eindrücke von einem Turnier, bei dem Wettkampf, Glaube und Gemeinschaft Hand in Hand gingen.
Datum:
Veröffentlicht: 10.7.26
Von:
Dominik Schreiner / Leben im Erzbistum Bamberg

Turnschuhe quietschen über den Hallenboden in Baiersdorf bei Erlangen. Während die ersten Teams sich warmspielen und über Taktiken diskutieren, begrüßen sich vor den Umkleidekabinen alte Bekannte. 13 Mannschaften aus ganz Bayern sind an diesem Samstag im März zusammengekommen. Der Clou: Bei dem Ganzen handelt es sich um ein Fußballturnier von „Minis“ für „Minis“ – den Bayern-Cup der Ministrantinnen und Ministranten.

Auf den ersten Blick ist es ein Turnier wie viele andere: schnelle Pässe, Raunen auf den Tribünen, enttäuschte Blicke nach knapp verfehlten Chancen. Doch wer genauer hinsieht, merkt schnell, dass es hier um mehr geht als nur Tore und Tabellenplätze.

„Der Teamgeist ist das, was beides verbindet – den Fußball und den Glauben“, sagt der Bamberger Diözesanjugendpfarrer Gerd Richard Neumeier und blickt durch die Halle, in der gerade ein neues Spiel angepfiffen wird. „Gemeinsam etwas anpacken, aufeinander achten, füreinander einstehen“ – was für den Ministrantendienst in der Sakristei gelte, sei hier auf dem Spielfeld genauso spürbar, so Neumeier.

Tatsächlich erinnert so manches an vertraute Szenen: Wenn sich die Teams vor dem Spiel im Kreis versammeln, einan- der auf die Schultern klopfen und sich einschwören, hat das fast etwas von der Gemeinschaft am Altar. Ein kurzer Blick, ein stilles Nicken – eingespielte Abläufe, die viele hier aus einem anderen Kontext kennen.

Tobende Fans

61 Tore fallen an diesem Samstag – immer wieder brandet Jubel auf, es schallen Anfeuerungsrufe und Getrommel durch die Halle. Natürlich sei da auch Ehrgeiz im Spiel und es könne unweigerlich „auch mal etwas härter zur Sache gehen“, sagt Tobias Bienert, Referent für Ministrantenpastoral im Erzbistum Bamberg. „Bei den Fouls, die ich gesehen habe, waren die Beteiligten aber sofort da, haben aufgeholfen und sich entschuldigt.“ Fair Play und Nächs- tenliebe sind hier mehr als nur Schlagwörter. Getreu dem Motto „Wenn dir einer auf das rechte Schienbein tritt, dann halt ihm auch das andere hin“ bleibt es bei Lappalien. Eine gewisse Rivalität gehört zwar immer auch zum Wettkampf dazu, aber hier wirkt sie spielerisch und wohlwollend, nicht verbissen.

Julian, 14 Jahre alt, steht nach dem Halbfinale an der Seitenlinie, die Haare verschwitzt, die Wangen gerötet. Hinter ihm jubeln seine Mitspieler, doch er ist erstaunlich gelassen. „Es ist ja keine Weltmeisterschaft“, sagt er und grinst. Natürlich wolle man gewinnen, klar. Und seine Mannschaft aus Bubenreuth im Erzbistum Bamberg wird es am Ende tatsächlich  schaffen, ihren Titel bei den Junioren zu verteidigen. „Am wichtigsten ist aber, dass man mit Freunden spielt – und neue Freunde kennenlernt. Wenn man dann auch noch gewinnt, ist das natürlich der Jackpot.“

Während auf dem Platz gekickt wird, läuft im Hintergrund alles wie am Schnürchen – dank rund 40 ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. An einem Stand wird Kaffee ausgeschenkt, Kuchenstücke wandern über die Theke – eine Ministrantengruppe aus der Gastgeberpfarrei St. Josef Baiersdorf organisiert den Verkauf in Eigenregie. Am Rand des Spielfelds behalten die Malteser als Notfallsanitäter das Geschehen im Blick, Schiedsrichter sorgen für Ordnung, Mitglieder des Bamberger Ministranten-Arbeitskreises k oordinieren Abläufe. „Ohne all diese helfenden Hände wäre das Turnier schlicht nicht möglich gewesen“, sagt  Ministranten-Referent Bienert.

Siegermannschaft aus Maria Heimsuchung Bubenreuth (Junioren) jubelt

Ein Blick auf die Ergebnisse: Bei den Junioren sichert sich Maria Heimsuchung Bubenreuth (Erzbistum Bamberg) mit einem 2:0-Sieg den ersten Platz. Zweiter wird St. Michael Mettenheim (Erzbistum München), Platz drei geht an die Pfarreiengemeinschaft Weilheim (Bistum Augsburg). Bei den Senioren setzt sich der Pfarrverband Fürstenzell (Bistum Passau) im Finale mit 3:1 gegen St. Peter und Paul Großostheim (Bistum Würzburg) durch. Den dritten Platz belegt das Team aus dem Dekanat Ingolstadt (Bistum Eichstätt).

Als am späten Nachmittag die letzten Spiele abgepfiffen, die Sieger geehrt und das Schlussgebet gesprochen sind, beginnt sich die Halle zu leeren. Taschen werden gepackt, Trikots verstaut, letzte Gruppenfotos gemacht. Neben Urkunden und Medaillen nehmen die Teilnehmenden vor allem Begegnungen mit Gleichgesinnten und gemeinsame Erlebnisse mit nach Hause. Für viele der fußballbegeisterten Ministrantinnen und Ministranten beginnt vermutlich schon jetzt das Warten – darauf, dass der Ball wieder rollt, beim nächsten Bayern-Cup 2027 im Bistum Regensburg.

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Minis im Erzbistum

Fußballturniere, Ministrantenwallfahrten, Workshops und Gemeinschaft: Zum Ministrantendienst gehört noch viel mehr als nur das  Weihrauchschwenken. Wer mit dem Gedanken spielt, selbst Ministrantin oder Ministrant zu werden, kann auf der Homepage unserer Minis im Erzbistum Bamberg vorbeischauen und sich über die zahlreichen Angebote informieren – beispielsweise durch einen Blick in das aktuelle Jahresprogramm.